Quantität ist nicht gleich Qualität. Diese Aussage passt zur Zeit für den SV Werder Bremen wie die Faust aufs Auge. Dies bestätigt auch Trainer Thomas Schaaf : “Wir betreiben unheimlich großen Aufwand und haben keinen Ertrag.“
Vor allem im Bereich der Chancenverwertung hapert es beim Tabellenvierten in letzter Zeit immer häufiger. Ob Markus Rosenberg, Hugo Almeida, Boubacar Sanogo oder der lange Verletzte Ivan Klasnic alle Stürmer enttäuschten mehr als einmal in der zweiten Saisonhälfte. Die beiden größten Problemfälle sind hierbei wohl Hugo Almeida und Boubacar Sanogo. Hugo Almeida verpasste wegen einer Rotsperre die ersten beiden Rückrundenspiele und fand danach nicht zu seiner Form. Wohingegen der Ivorer Sanogo beim Africa-Cup weilte und deshalb bisher nicht seine Treffsicherheit aus der Hinrunde findet, wo er noch sieben Treffer erzielte. Der Schwede Rosenberg konnte immerhin vier Rückrundentore markieren und wirkt stets engagiert, ist aber häufig zu fahrlässig mit seinen Chancen. Damit hat Klasnic eigentlich kein Problem. Der Publikumsliebling ist genauso bemüht, jedoch ist er nach der langen Pause einfach noch nicht bei hundert Prozent. Vorne läuft es nicht und hinten ist man zu anfällig. Die Probleme in der Defensive sind bekannt, wenn es zusätzlich weiter in der sonst verlässlichen Offensive nicht läuft, fährt man Gefahr weiter abzustürzen.
So steht man nach dem 25. Spieltag und einem ernüchternden 1:1 gegen Arminia Bielefeld auf dem vierten Tabellenrang und damit erstmals seit dem achten Spieltag nicht auf einem Platz, der für den Start in der Champions League berechtigt. In der Rückrunde konnte Werder in acht Partien erst acht Zähler sammeln, was einen Schnitt von einem Zähler pro Spiel ergibt. Viel zu wenig für einen Verein der auch in der nächsten Saison in der Königsklasse mitmischen will.
Neben dem Problem mit der Torausbeute muss Werder in den kommenden Spielen disziplinierter auftreten. Bei der Pleite gegen Frankfurt kassierte Diego eine unnötige Rote Karte, nachdem er sich von Kyrgiakos provozieren ließ. Beim 3:6 – Debakel gegen Stuttgart war es Mertesacker, der den Platz wegen einer Notbremse vorzeitig verlassen musste.
Diese beiden Spieler bereiten dem Klub von der Weser jedoch noch andere Sorgen. Bei Diego reißen die Gerüchte um einen Transfer nach Spanien nicht ab, zeitweise meldeten spanische Medien den Transfer zu Real Madrid schon als perfekt. Bei Per Mertesacker steht ein Wechsel zum Rekordmeister aus München im Raum, wo bald der frühere Nationalcoach Jürgen Klinsmann die Fäden in der Hand hält. Mit „Klinsi“ erlebte Mertesacker das „Sommermärchen“ bei der WM 2006 und dem Werderaner wird ein gutes Verhältnis mit ihm nachgesagt.
Zur Zeit gibt es viele Gründe die die Bremer verzweifeln lassen. Somit liegt es an Trainer Thomas Schaaf seine Mannschaft wieder zusammen zu schweißen und aufzubauen. Zu viele Rückschläge musste sein Team in der letzten Zeit einstecken. Unglückliche Niederlagen in der Liga und das bittere Aus gegen die Glasgow Rangers im UEFA-Cup, wo die Torhüter den Unterschied ausmachten. Tim Wiese mit seinen zwei Patzern im Hinspiel im Negativen und Alan McGregor mit seiner Glanzleistung im Rückspiel im Positiven.
Da dürfte die Heimpartie am nächsten Samstag gegen den Tabellenletzten aus Duisburg gerade recht kommen. Die „Zebras“ kassierten schon 40 Gegentore. Rosenberg & Co. dürfte es freuen.
© chwö
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